Die Gefahr durch den internationalen Terrorismus bestimmt und beeinträchtigt nach wie vor die Sicherheitslage auch in Hessen.
Zu seiner Bekämpfung kooperieren Nachrichtendienste auf internationaler Ebene. Unabhängig davon bleibt Deutschland auf Grund seiner wirtschaftlichen und politischen Stellung bevorzugtes Aufklärungsziel fremder Nachrichtendienste, auch solcher von befreundeten Staaten. Nachrichtendienstliches Handeln ist oft nicht zweifelsfrei erkennbar. "Gesundes Misstrauen" im privaten und insbesondere geschäftlichen Bereich bildet den besten Schutz vor nachrichtendienstlicher Verstrickung.
Aufklärungsziele
Die Aufklärungsziele der in Deutschland agierenden Nachrichtendienste unterscheiden sich je nach Interessenlage des Entsendestaates. Während autoritär bzw. diktatorisch regierte Staaten überwiegend nach Kontrolle und Ausschaltung der jeweiligen Opposition, auch im Ausland, streben, nutzen Industrieländer und Großmächte ihre Auslandsnachrichtendienste zur Informationsbeschaffung in den klassischen Spionagebereichen Politik, Wirtschaft/Wissenschaft und Militär.
Methoden
Für ihre Zwecke nutzen Nachrichtendienste weiterhin die amtlichen und halbamtlichen Vertretungen ihrer Länder in Deutschland. Unter vorgegebenen oder tatsächlichen diplomatischen Aktivitäten betreiben ihre Mitarbeiter offene und verdeckte Informationsbeschaffung. Schwerpunkt der Nachrichtendienste des Nahen und Mittleren Ostens sowie Nordafrikas (Maghrebstaaten) ist die Ausforschung in Deutschland lebender Oppositioneller, ihrer Organisationen und Vereine. Ziel ist die Verhinderung einer im Ausland entstehenden oder erstarkenden Opposition sowie die Disziplinierung von Regimegegnern.
Falls Sie betroffen sind...
Sollten Sie den Eindruck haben, dass fremde Nachrichtendienste in Ihrem Umfeld aktiv sind, sollten Sie sich vertrauensvoll an das Landesamt für Verfassungsschutz Hessen oder eine andere Sicherheitsbehörde wenden.
Sollten Sie selbst als Betroffener angesprochen werden oder worden sein, ist zur Vermeidung strafrechtlicher Konsequenzen der vertrauensvolle Kontakt zu Sicherheitsbehörden angeraten. Das Landesamt für Verfassungsschutz, das nicht der Strafverfolgungspflicht unterliegt, bietet auch bei bestehender nachrichtendienstlicher Verstrickung seine Hilfe an.
Das Landesamt für Verfassungsschutz Hessen steht im Rahmen seiner Möglichkeiten auch Unternehmen und öffentlichen Stellen für Gespräche, Beratungen und Informationen - gerade auch bei der Prävention im technischen Bereich - zur Verfügung. Im Einzelfall ist dabei auch die Vermittlung von Spezialisten möglich.