Das Konzept der Freien Kräfte ist eine Reaktion der rechtsextremisten Szene auf staatliche Maßnahmen. Freie Kräfte verzichten im Gegensatz zu Kameradschaften auch nach innen auf feste Organisationsstrukturen. Ein Teil der Freien Kräfte ist netzwerkartig organisiert und weist eine hohe Professionalität auf. Sie lassen sich am besten als "Aktionsgruppen" charakterisieren. Deutlich unverbindlicher und weniger stark politisiert sind demgegenüber informelle Zusammenschlüsse. Hier handelt es sich eher um Jugendcliquen, deren verbindendes Element das Interesse an gemeinsamen Freizeitaktivitäten ist. Diese informellen Freien Kräfte-Gruppen bauen häufig auf persönlichen Bekanntschaften auf. Die Personen verbindet eine gleich gelagerte Orientierung bei der eigenen Lebensgestaltung. Vorwiegend treten Freie Kräfte anlassbezogen, z. B. bei Demonstrationen, in Erscheinung. In Hessen überwiegen die informellen Zusammenschlüsse Freier Kräfte.
Die Bezeichnung "Freie Kräfte" wird meist mit dem Namen einer Region als Synonym für die Gesamtheit der Aktivisten in einem bestimmten geographischen Raum verwendet.
Freie Kräfte Schwalm-Eder
Bei den Freien Kräften Schwalm-Eder (FKSE) handelt es sich um einen losen Personenzusammenschluss von Neonazis aus Schwalmstadt und Umgebung, der seit Frühjahr 2008 im Schwalm-Eder-Kreis aktiv ist. Ihr Auftreten ist als gewaltbereit und aggressiv einzuschätzen. Regelmäßige Aktivitäten der FKSE richten sich situationsbedingt gegen Sachen und vornehmlich gegen den politischen Gegner. 2009 kam es vermehrt zu gewalttätigen Aktionen seitens rechtsextremistischer Akteure aus dem Umfeld der "Freien Kräfte Schwalm-Eder". Einige Personen aus dem Umfeld der FKSE wurden 2010 wegen diverser Straf- und Gewalttaten verurteilt. Zudem trat die Gruppe durch ihren Internetauftritt und ihre Aufkleber-Aktionen in Erscheinung.