Geschichte
Die rechtsextremistische Bewegung "Blood & Honour" (B & H) hat ihre Wurzeln in Großbritannien und steht seit ihrer Gründung Ende der 80er Jahre in der Tradition rechtsextremistischer Skinheadmusik. Einer ihrer Gründer war der 1993 verstorbene Bandleader der Skinheadband "Skrewdriver", Ian Stuart Donaldson, der in der Szene auch heute noch Kultstatus hat.
Strukturen
B & H hat sich in Europa und dem außereuropäischen Ausland verbreitet. Die Bewegung gliedert sich in länderbezogene Divisionen, die wiederum über hierarchische Unterorganisationen (Sektionen) verfügen. Die 1994 in Berlin gegründete B & H Division Deutschland und deren Jugendorganisation "White Youth" wurden vom Bundesminister des Innern am 14. September 2000 verboten. Bis zu ihrem Verbot zählte B & H bundesweit etwa 240 Mitglieder.
In Hessen gab es zwei B & H Sektionen: Nordhessen mit Sitz in Kassel sowie Südhessen mit Sitz in Offenbach. Beide Sektionen wiesen zusammen etwa 20 bis 30 Mitglieder auf.
Nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden bestehen in mehreren Bundesländern so auch in Hessen von einzelnen Personen getragene Strukturen zur Fortführung dieser Organisation. Daraufhin eingeleitete Ermittlungsverfahren mündeten im März 2006 in einer konzertierten Durchsuchungsmaßnahme, die zur Sicherstellung/Beschlagnahme umfangreicher B & H-Devotionalien führte.
Ideologie
Die ideologische Ausrichtung der Bewegung orientierte sich u. a. an einem deutlichen Bekenntnis zu Adolf Hitler und weiteren Nazigrößen. Symbole und Begriffe des Nationalsozialismus wurden als Kennzeichen verwandt. Allein der in altdeutscher Schrift verwendete Name (Blut und Ehre) deutete auf die Identifikation mit dem Nationalsozialismus hin: Eines der beiden Nürnberger Rassegesetze von 1935 hieß Gesetz zum Schutz des deutschen Blutes und der deutschen Ehre. Auch indem B & H ihre Zielsetzung mit 25 Punkte-Programm (die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiter Partei nannte ihr Parteiprogramm Das 25-Punkte-Programm) bezeichnete, dokumentiert die Organisation ihre Nähe zum Nationalsozialismus.
Aktivitäten
Die Hauptaktivität von B & H bestand darin, Konzerte zu veranstalten und Tonträger zu verbreiten. Über die Musik versuchte B & H junge Menschen an die Szene heranzuführen und mit neonazistischem, rassistischem Gedankengut vertraut zu machen.